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Der Krieg als autopoietisches System: Die Kriege der by Krzysztof Matuszek

By Krzysztof Matuszek

Viele innerstaatliche und transnationale Kriege der letzten Jahrzente unterliegen weder politischen, völkerrechtlichen noch traditionalen Normen der Konfliktaustragung. Stattdessen eskalieren und verstetigen sich in ihnen Gewaltprozesse, schaffen nationalistische und fundamentalistische Ideologien neue Gruppenidentitäten und entwickeln sich auf Dauer angelegte Kriegsökonomien. Wie kann eine derartige, durch jahrzentelangen Krieg zerrüttete Gesellschaft soziologisch erfasst werden? Die vorliegende Arbeit schlägt vor, hierfür das Erklärungsmodell der Systemtheorie Niklas Luhmanns zu verwenden. Die Arbeit ist somit ein Beitrag zu einem besseren Verständnis des aktuellen Kriegsgeschehens ebenso wie zur kritischen Fortentwicklung der Systemtheorie in einem Gegenstandsbereich, den diese bislang weitgehend vernachlässigt.

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Die Tatsache, dass auch in “entzauberten” Konflikten, wo ideelle Motivationsfaktoren nicht mehr wirken und die Kriegsparteien sich immer mehr nach den pragmatischen Gesetzen der Gewaltökonomie richten, die Unterscheidung von Freund und Feind nicht aufgegeben wird, ist in einigen Fällen durch die Struktur der Konfliktparteien bedingt. 50 Auch wenn die Bosse bereit wären aus ökonomischen Gründen die Fehde einzustellen, wird von der Basis her Druck ausgeübt, den Krieg weiterzuführen. Die einfachen “Soldaten” sehen sich dem Ehrenkodex stärker verpflichtet als ihre Patrone und neigen deshalb weniger dazu, aus pragmatischen Gründen auf Rache zu verzichten.

Die Serben wurden zum “himmlischen Volk” ernannt, Kroaten stilisierten sich zu Vertretern der europäischen oder das Lange Parlament, S. ). 26 Wojciech Jagielski, WieĪe z kamienia (Türme aus Stein), S. 232 (alle Übersetzungen der Zitate aus dem Polnischen vom Verfasser). 27 Aber nicht nur eine aggressive Ideologie, sondern auch gezielt durchgeführte Gewalttaten führten zu einem Wandel der gemeinschaftlichen Vorstellungen und Verhaltensnormen. Marie-Janine Calie berichtet über den Bosnien-Krieg: “Punktuelle Terror- und Gewaltakte gegen Angehörige anderer Nationalitäten führten unweigerlich zu einer Polarisierung der multiethnische Gemeinschaft.

Zugleich können diese kriminellen Aktivitäten nur im Schatten des Krieges abgewickelt werden, wo die staatlichen Kontrollmechanismen nicht greifen. Somit entstehen regelrechte Kriegsökonomien, deren Strukturen sich effektiv jedem Befriedungsversuch widersetzen. Münkler skizziert dieses Phänomen folgendermaßen: “Jedenfalls bilden sich Kriegsökonomien aus, die kurzfristig durch Raub und Plünderung, mittelfristig durch unterschiedliche Formen von Sklavenarbeit und längerfristig durch die Entste- 54 Vgl.

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